Initiativen

St. Paulianer*innen, das Herzstück der neuen Esso-Häuser ist in Gefahr!

Mit regelrechtem Basargetrickse versucht die Bayerische Hausbau zurzeit, die Umsetzung von Nachbarschafts- und Subkulturcluster sowie den Wohnetagen einer Baugruppe/Genossenschaft unmöglich zu machen!

Beide bilden das sogenannte Baufeld 5. Ursprünglich hatte die Bayerische Hausbau sich bereit erklärt, dieses Baufeld 5 zusammen mit dem Baufeld 4 daneben zu verkaufen. Der hier geplante Wohnraum war groß genug, dass Genossenschaften aus Hamburg hätten einsteigen können. Vor Monaten hat die Hausbau dann simsalabim einen Rückzieher gemacht und verkündet: Wir verkaufen Baufeld 4 nicht.

Und was passierte? Genossenschaften aus Hamburg erklärten, das Baufeld 5 alleine sei zu klein für sie. Und damit steht das Baufeld 5 auf der Kippe! Genau passt der Hausbau bestens, denn es gibt eine Option, dass das Baufeld an sie zurückfällt, wenn es keinen Käufer für das Baufeld 5 gibt.

Die Hausbau beharrt auf einem zu hohen Kaufpreis, den keine Baugruppe einfach so wuppen kann. Und der die vereinbarten(!) günstigen Gewerbemieten für Nachbarschafts- und Subkulturcluster (max 12,50 €) gefährdet. Das ist alles im Städtebaulichen Vertrag festgelegt.

Leute, wenn das Baufeld 5 scheitert, scheitert einer der wichtigsten Planungsprozesse der letzten Jahre in Hamburg, der modellhaft für eine neue Stadtentwicklung sein könnte, in der es nicht um Rendite, sondern um die Menschen geht!

Das können wir nicht zulassen. Was wir alle jetzt tun können:

In die Planbude gehen, die dort bis zum 8. April ausgelegten Baupläne anschauen und anschließend eine Eingabe an den Bezirk schreiben, dass Cluster und Baugruppe wie im Städtebaulichen Vertrag vereinbart und im Interesse des Stadtteils umgesetzt werden müssen.

Und vielleicht demnächst auch mal in größeren Gruppen das Grundstück der neuen Esso-Häuser besuchen und Stadt, Bezirk und Hausbau deutlich machen, dass der Stadtteil dieses Getrickse der Hausbau satt hat. Dass es jederzeit wieder dicke Luft geben kann, wenn der Stadtteil verarscht wird.

Was können Stadt und Bezirk tun?

Ganz einfach: das Baufeld 5 zu einem sinnvollen kaufen und im Erbbaurecht an Cluster und Baugruppe übergeben. Wenn die Hausbau nicht mitgehen will – zack, Baugenehmigung verweigern. Denn das ist der lange Hebel, an dem der Bezirk sitzt, wenn er es denn gemeinsam mit der Stadt will!

Raum der Solidarität von Kan Kilin öffnet in Kürze!

Wir dokumentieren an dieser Stelle das Selbstverständnis der Kan Kilin Gruppe / Raum der Solidarität. St. Pauli selber machen und auch die Stadtteilversammlung St. Pauli vom 10.2.2019 unterstützen den Raum der Solidarität von Kan Kilin.

Selbstverständnis Kan Kilin Gruppe / Raum der Solidarität

Kan Kilin heißt „eine Stimme“

Wir sind Menschen aus unterschiedlichen Ländern und Städten mit heterogenen Wissens-beständen, Perspektiven und Erfahrungen, die eine kollektive Stimme entwickeln und füreinander einstehen wollen. Die Kan-Kilin-Gruppe ist der Versuch eines Schwarz-/weißen/-Bündnisses von Menschen, die auf die eine oder andere Art in St. Pauli leben.

Das Problem heißt Rassismus und betrifft uns alle – aber auf unterschiedliche Weise

Manche von uns leben ohne Papiere und sind immer wieder von rassistischer Polizeigewalt und alltäglichem Rassismus betroffen. Einige von uns werden als Kriminelle kategorisiert, ohne dass wir gefragt werden, warum wir in diese Situation gekommen sind. Die Regierung erlaubt uns nicht zu arbeiten ohne uns zu sagen, warum. Sie wollen, dass wir auf der Straße sind. Polizisten halten uns an, nehmen uns Geld und Handy weg. Wovon sollen wir leben? Wir haben versucht Arbeit zu finden, aber ohne Arbeitserlaubnis ist das schwer. Wenn du Arbeit findest, fragen sie dich nach deinem Ausweis. Aber viele haben keinen Pass und andere laufen bei dem Versuch, einen zu bekommen, Gefahr, abgeschoben zu werden. Wenn du arbeiten darfst, dann nur 1-Euro-Jobs. Wir haben keine Alternative, deshalb machen einige von uns präkarisierte Jobs. Zuhause waren wir Fischer; andere haben als Tischler, Zimmerer, Klempner und auf dem Bau gearbeitet; wir waren Auto- und Fahrradmechaniker, Schneider, im Handel… aber wir mussten gehen, weil wir damit nicht länger unseren Lebensunterhalt verdienen konnten. Hier stecken sie dich in eine Unterkunft, anstatt dir Papiere zu geben und die Möglichkeit, ein neues Leben aufzubauen – sie ernähren dich, aber du kannst nichts selbst bestimmen. Wir haben kein Zuhause, keinen Platz zum Relaxen – werden immer gejagt. Deshalb organisieren wir uns selbst.

Andere von uns wenden sich gegen die zunehmende Kriminalisierung und Verdrängung Schwarzer Nachbar*innen und Freund*innen im Stadtteil, weil sie Teil unseres eigenen Lebens sind und wir den dabei erlebten Rassismus nicht hinnehmen. Das kontinuierliche Hinterfragen von Machtungleichheiten hinsichtlich /weißer /Privilegien und eigener Involviertheiten ist dabei für uns zentral. Mit dem Ansatz des Powersharings wollen jene von uns, die strukturell privilegiert sind eine aktive antirassistische Haltung erlernen und praktizieren.

Damit niemand allein bleibt, haben wir angefangen uns miteinander zu vernetzen. Gegen die rassistischen Zustände wollen wir uns gemeinsam zur Wehr setzen und Handlungsmöglichkeiten entwickeln.

Solidarische Räume schaffen

Einige von uns haben aufgrund eines prekären Aufenthaltsstatus, Armut, rassistischer Kontrollen, Obdachlosigkeit und Lagerunterbringung einen erschwerten Zugang zu Räumen. Deshalb haben wir gemeinsam ein Konzept ausgearbeitet, um einen selbstorganisierten Raum, einen Raum der Solidarität zu schaffen.

Hier wollen wir voneinander Dinge lernen, die wir bisher selber nicht können. Wir wollen uns ge-genseitig Sprachen beibringen wie Englisch, Mandinka, Französisch oder Deutsch. Unser Raum soll ein Raum sein, in dem wir uns Wissen aneignen über juristische, soziale und medizinische Beratungsmöglichkeiten und Kontakte zu Rechtsanwält_innen herstellen, in dem wir uns miteinander vernetzen und gemeinsam Tee trinken. Wir wollen zusammen kochen und essen, rappen in vielen Sprachen, tanzen. Wir wollen miteinander ins Gespräch kommen, Erfahrungen und Ideen austauschen, von-, mit- und übereinander lernen – einfach wir selber sein und die Freude, zusammen zu sein, teilen.

Status Quo und Utopie

Wir wollen Freiheit für alle Menschen erreichen – Freiheit von Cops und dem damit verbundenen Stress in der Nachbarschaft. Wir brauchen Entwicklung auf ökonomischer Ebene durch Arbeit und in sozialer Hinsicht. Wir wollen Widerstand entwickeln gegen Polizeigewalt und Abschiebungen; ‚keine Grenzen‘ ist unser Ziel.

Durch die rassistische Norm werden einige von uns diskriminiert, andere haben dadurch Vorteile und Privilegien. Was uns eint ist der Wunsch in einer egalitären Gesellschaft zu leben.

Wir wollen miteinander in Bewegung bleiben und Wissenshierarchien, /weiße /Herrschafts-strukturen und Praxen kritisch hinterfragen. Wir wissen, dass sich hegemoniale Muster in unseren Beziehungen zueinander wiederfinden, und dass der Status Quo nicht erlaubt, Machtstrukturen gänzlich abzubauen. Wir wollen dennoch inmitten von Machtungleichheiten durch das Einnehmen einer antirassistischen Perspektive, die Rassismus als verknüpft mit Sexismus und anderen Ein- und Auschließungsmechanismen wie Klasse und Nation begreift, gemeinsam politisch handlungsfähig werden. Dazu gehört, dass wir an Grenzen stoßen, Fehler machen und immer wieder scheitern werden. Wir begreifen die kontinuierliche Beschäftigung damit als nötigen und progressiven Teil eines Prozesses, der nicht aufhört. Wir sehen den Versuch, die rassistische Normalität zu brechen, als unsere alltägliche Aufgabe an.

Damit wir unser Projekt eines selbstorganisierten Raumes der Solidarität realisieren können, brauchen wir Euch alle – Eure Köpfe, Perspektiven, Ressourcen und Eure Unterstützung und Solidarität.

Kan Killin Group, Januar 2019

Gruppen und Projekte in Solidarität

Wir unterstützen eure Initiative einen Raum der Solidarität im sogenannten ‚gefährlichen Ort‘ St. Paulis zu organisieren. Aus unserer Erfahrung wissen wir, dass es in Hamburg einen großen Bedarf an solchen Projekten gibt.  

  • African Terminal
  • Asmaras World
  • Butt Club
  • Café Exil
  • copwatch HH
  • Filmclub Moderne Zeiten
  • Flüchtlingsrat Hamburg
  • Genossenschaft Alternativen am Elbufer
  • Hafenvokü
  • Initiative in Gedenken an Yaya Jabbi
  • Lampedusa in Hamburg
  • Plan B
  • Plenum Hafenstraße
  • St. Pauli Selber Machen
  • Wilhelmsburg solidarisch
  •  
  • Den Raum der Solidarität von Kan Kilin unterstützt auch die Stadtteilversammlung St. Pauli vom 10.2.2019.

Nächste Stadtteilversammlung am 26.8.2015 19 h im Ballsaal

Das ist schon Wahnsinn: Tausende Menschen aus St. Pauli und anderen Stadtteilen – denn es ist längst keine Hilfsaktion aus St. Pauli alleine – beteiligen sich seit zehn Tagen an der Hilfe für die Flüchtlinge in der Messehalle und organisieren alles selbst.

kSSV_intro

Solidarisches Grillfest mit den Flüchtlingen am 22.8.2015 auf dem Karolinenplatz. 250 Menschen tanzten und grillten stundenlang. Ein ganz wunderbares Fest.

Am Mittwoch, den 26.8.2015 um 19 Uhr, gibt es die nächste Stadtteilversammlung, und es wird keine „kleine“: über 1000 Menschen haben sich angesagt. Die Versammlung findet deshalb im Ballsaal des FC St. Pauli statt. Großes Dankeschön schon mal an den Verein, der den Saal kostenlos zur Verfügung stellt.

Eingang durch Eingang Südtribüne vom Harald-Stender-Platz aus.

Das Esso-Häuser-Gelände für die Menschen auf St. Pauli!

Hamburg, 20.4.2015 – Erklärung von St. Pauli selber machen

DAS ESSO-HÄUSER-GELÄNDE FÜR DIE MENSCHEN AUF ST. PAULI !

+ PlanBude hat Wegweisendes geleistet + PlanBude muss nun BauBude werden + Bewohner*innenbeteiligung muss weiter gehen +

Auf der Stadtteilversammlung „St. Pauli selber machen“ im Februar 2014 haben wir klargestellt, dass wir nicht bereit sind, die Neubebauung vom Esso-Häuser-Areal Eigentümerin und Politik zu überlassen. In der dort verabschiedeten Ballsaal-Resolution forderten wir „einen von unten organisierten, demokratischen Planungsprozess“.

Hervorgegangen aus einer Arbeitsgruppe von St. Pauli selber machen hat die PlanBude diesen Anspruch wegweisend eingelöst: Vier Monate hat das Team konkrete Wünsche und Forderungen der St. Paulianer*innen für die Neubebauung des Geländes zusammengetragen. Die Ergebnisse wurden auf zwei Stadtteilkonferenzen der Öffentlichkeit vorgestellt. Für uns ist dabei am Wichtigsten:

  • Die Neubebauung darf nicht zur Verdrängung von Bewohner*innen und Gewerbetreibenden auf St. Pauli beitragen.

  • Es muss 100 % sozialer Wohnraum auf dem Gelände entstehen: günstig und langfristig.

  • Der „St. Pauli Code“ muss in den künftigen Nutzungen gestärkt werden: Die Widersprüchlichkeit, Unterschiedlichkeit und Kleinteiligkeit des Stadtteils muss sich abbilden. Wir brauchen eine aneignungsfähige Architektur und Orte zum Selber-Machen.

Für St. Pauli selber machen ist mit der Vorstellung der Ergebnisse und der nun begonnenen Verhandlungen über die Auslobungsinhalte die Arbeit der PlanBude jedoch nicht abgeschlossen. Und auch die Beteiligung der Anwohner*innen ist noch nicht zu Ende. St. Pauli selber machen fordert:

  • Alle Ergebnisse und Empfehlungen der PlanBude werden für die Öffentlichkeit am Bauzaun dokumentiert.

  • Der weitere Planungs- und Bauprozess muss vollkommen transparent gemacht werden und eine weitgehende Beteiligung der Bewohner*innen einschließen, etwa in Form einer Kommission aus Bewohner*innen, die über die Nutzung der künftigen Flächen mitentscheidet.

  • Die Auslobung für den städtebaulichen Wettbewerb muss von einer öffentlich auf St. Pauli tagenden Bezirksversammlung verabschiedet werden.

  • An der Wettbewerbsjury für den Neubau des Geländes müssen Anwohner*innen und ehemalige Esso-Häuser-Mieter*innen maßgeblich beteiligt sein.

  • Die PlanBude muss bis zur Fertigstellung des Neubaus als BauBude eine Informationszentrale für den Stadtteil und eine begleitende Bauaufsicht aus der Perspektive der Bewohner*innen sein. Dafür müssen weiterhin Mittel zur Verfügung gestellt werden.

Für eine selbstbestimmte Stadtteilentwicklung von unten haben Wunschproduktion und PlanBude Modellcharakter! Nicht nur für St. Pauli, sondern auch für zukünftige Projekte in Hamburg und überall!

St. Pauli selber machen möchte darüber hinaus allen Mitgliedern der Initiative Esso-Häuser sowie der PlanBude zurufen: Danke für euren Einsatz! Ihr seid großartig! Weiter so – wir unterstützen euch.

Die Erklärung als druckfähige Vorlage:

SPSM_EssoPlanbudeErklaerung_A3_300dpi

Solidarity Party for Lampedusa/Hafenstraße

Solidarity Party for Lampedusa/Hafenstraße

HipHop, Reggae, Elektro
Punk, African Music, etc.

Refugee DJ's * friends
Schwabinggrad Ballet

Dancing for our voice
on 2 floors!

Mit Tombola und Essen!
Samstag 6.12. ab 22 Uhr
Buttclub und Störte (Hafenstraße)

Arbeitsgruppen Termine

Zur Info ein paar Arbeitsgruppentermine:
  • AG Grenzenlos trifft sich jeden 1. und 3. Dienstag im Monat.
  • AG Stadtteilzeitung trifft sich immer am 3. Dienstag im Monat um 19.00h in den Fanräumen. 
  • AG Drogen trifft sich am 12.11. um 20.00 im Büro der Alternativen am Elbufer, St.Pauli Hafenstraße 108. 
  • Das nächste Stadtteilversammlungstreffen wird am 01.12. um 19.30h sein – wo wird noch bekannt gegeben. 

Einen Kontakt macht ihr am besten über die GWA St. Pauli:

Wir freuen uns auf euch.