Allgemein

… vielleicht sind die Dealer alle schwarz – weil man die Weißen nicht sieht?

An dieser Stelle dokumentieren wir ein Flugblatt der Anwohner_innen Initiative Balduintreppe:

Dieses Flugblatt kann und soll breit weiterverteilt werden. Ihr könnt hier das Flugblatt als pdf Datei runterladen, ausdrucken und öffentlich auslegen.


Fragen und Antworten zur Drogenarbeit in St. Pauli Süd:

… vielleicht sind die Dealer alle schwarz – weil man die Weißen nicht sieht?

Der Kriminologe Sebastian Scheerer, ehemaliger Direktor des Instituts für Kriminologische Sozialforschung / Hamburg, schätzte den Anteil des Umsatzes des Straßenhandels an der Balduintreppe am gesamt Drogenhandel auf St. Pauli auf nur rund 5 %.

In seinem Vortrag in der GWA St. Pauli am 12.12.2016 erklärte er diesen geringen Anteil damit, dass es für den wirklich relevanten Drogenhandel wesentlich mehr Mittel und Ressourcen braucht, als den jungen Männern aus Westafrika an der Balduintreppe zur Verfügung stehen. Um Drogen im Kilogramm Bereich aufzubewahren, zu transportieren und umzusetzen braucht es unauffällige Immobilien, Fahrzeuge und Personal. Über all dies verfügen die Straßenhändler nicht.

Und tatsächlich: schaut mensch in die aktuellen Polizeimeldungen zum Thema Drogen, tauchen plötzlich ganz andere Personenkreise und Orte auf, als die an der Balduintreppe stehenden jungen Männer.

Vom 26.4.-31.5.2017:

  • Am 26.4.2017 fand die Polizei im Luisenweg / Hamm eine Cannabisplantage mit 4700 Pflanzen. die sich über zwei Stockwerke eine Industriehalle erstreckte. Allem Anschein nach wurde die Halle schon seit Jahren als Plantage genutzt. Der Hauptbeschuldigte mit dem Vornamen Dirk war bis dahin polizeilich unauffällig.
  • Am Sonnabend den 20.5.2017 beschlagnahmte die Polizei in einem Kleingartenverein in Niendorf eine Marihuana Plantage von 103 Pflanzen, die zwei deutschen Männern (29 und 61 Jahre alt) gehörte.
  • Am 16.5.2017 beschlagnahmte die Hamburger Polizei auf einem Reiterhof in Mecklenburg-Vorpommern mehr als 1525 Cannabispflanzen auf einem Reiterhof, der einem 51 jährigen Niederländer gehört
  • Am 22.5. berichtet das Hamburger Abendblatt vom Fall zweier Mitarbeiter der Kieler Staatsanwaltschaft, die aus der Asservatenkammer Cannabis im Kilobereich entwendet haben sollen.
  • Am 31.5.2017 stoppten Zollfahnder einen Opel Corsa auf der Simon von Uetrecht Straße mir rund 2 KG Heroin an Bord dessen Wert im sechsstelligen Bereich liegen dürfte.

Oder vom 20.2.-27.3.2018

  • Am 20.2.2018 fand die Polizei in einem Reisebus aus den Niederlanden einen unbeaufsichtigten Rucksack rund 1 Kg Kokain mit einem Marktwert von rund 300.000 Euro.
  • Am 24.2.2018 fand die Polizei in einer Mietwohnung im schicken Eppendorf eine Hanfplantage mit bereits verkaufsfertig verpacktem Cannabis.
  • Am 17.3.2018 kontrollierte der Zoll einen Reisebus aus den Niederlanden an der Autobahn-Raststätte ,,Aarbachkate“ auf der A7 in der Nähe von Hamburg, und fand bei einem Reisenden in einer Tasche rund 10 kg MDMA, das einen Marktwert von rund 120.000 Euro hat.
  • Am 27.3.2018 fanden Polizei und Feuerwehr bei dem Versuch der Ursache eines Wasserschadens in Wilhelmsburg auf den Grund zu gehen, in der darüber liegenden Wohnung, 6,7 2 kg verkaufsfertiges Marihuana, 2500 Euro Bargeld und eine komplett zu einer Marihuanaplantage umgebaute 1,5 Zimmer Wohnung vor. Hauptverdächtiger: ein schlafender 33 Jähriger Deutscher
  • Ebenfalls am 27.3.2018 wurden bei einem 62 jährigen Touristen, bei der Einreise am Hamburger Flughafen 3 kg Marihuana in einem Koffer gefunden.

Alle hier genannten Akteure, deren Umgang mit Cannabis den an der Balduintreppe um ein Vielfaches übertraf, können damit rechnen, dass die breite Öffentlichkeit sie nicht im Geringsten mit Drogenhandel in Verbindung bringt. Sie verfügen über Immobilien, einen festen Arbeitsplatz und genügend Geld um die Stromrechnung für die teuren Heizstrahler zu bezahlen – und sie sind Weiß.

All das besitzen die jungen, häufig obdachlosen westafrikanischen Männer an der Balduintreppe, die kaum Chancen auf eine tarifentlohnte Festanstellung haben, nicht. Im Gegenteil: in einer sehr weißen, touristisch geprägten Umgebung fallen sie auf. Nicht nur weil sie möglicherweise mit Cannabis handeln, sondern vor allem weil sie schwarz sind.

Zur Erinnerung: Yaya Jabbi wurde im Januar 2016 im Besitz von 1,65 Gramm Cannabis festgenommen und in Untersuchungshaft verbracht, wo er am 19.2.2016 zu Tode kam.

Anwohner_innen Initiative Balduintreppe

Weitere Informationen

Raum der Solidarität von Kan Kilin öffnet in Kürze!

Wir dokumentieren an dieser Stelle das Selbstverständnis der Kan Kilin Gruppe / Raum der Solidarität. St. Pauli selber machen und auch die Stadtteilversammlung St. Pauli vom 10.2.2019 unterstützen den Raum der Solidarität von Kan Kilin.

Selbstverständnis Kan Kilin Gruppe / Raum der Solidarität

Kan Kilin heißt „eine Stimme“

Wir sind Menschen aus unterschiedlichen Ländern und Städten mit heterogenen Wissens-beständen, Perspektiven und Erfahrungen, die eine kollektive Stimme entwickeln und füreinander einstehen wollen. Die Kan-Kilin-Gruppe ist der Versuch eines Schwarz-/weißen/-Bündnisses von Menschen, die auf die eine oder andere Art in St. Pauli leben.

Das Problem heißt Rassismus und betrifft uns alle – aber auf unterschiedliche Weise

Manche von uns leben ohne Papiere und sind immer wieder von rassistischer Polizeigewalt und alltäglichem Rassismus betroffen. Einige von uns werden als Kriminelle kategorisiert, ohne dass wir gefragt werden, warum wir in diese Situation gekommen sind. Die Regierung erlaubt uns nicht zu arbeiten ohne uns zu sagen, warum. Sie wollen, dass wir auf der Straße sind. Polizisten halten uns an, nehmen uns Geld und Handy weg. Wovon sollen wir leben? Wir haben versucht Arbeit zu finden, aber ohne Arbeitserlaubnis ist das schwer. Wenn du Arbeit findest, fragen sie dich nach deinem Ausweis. Aber viele haben keinen Pass und andere laufen bei dem Versuch, einen zu bekommen, Gefahr, abgeschoben zu werden. Wenn du arbeiten darfst, dann nur 1-Euro-Jobs. Wir haben keine Alternative, deshalb machen einige von uns präkarisierte Jobs. Zuhause waren wir Fischer; andere haben als Tischler, Zimmerer, Klempner und auf dem Bau gearbeitet; wir waren Auto- und Fahrradmechaniker, Schneider, im Handel… aber wir mussten gehen, weil wir damit nicht länger unseren Lebensunterhalt verdienen konnten. Hier stecken sie dich in eine Unterkunft, anstatt dir Papiere zu geben und die Möglichkeit, ein neues Leben aufzubauen – sie ernähren dich, aber du kannst nichts selbst bestimmen. Wir haben kein Zuhause, keinen Platz zum Relaxen – werden immer gejagt. Deshalb organisieren wir uns selbst.

Andere von uns wenden sich gegen die zunehmende Kriminalisierung und Verdrängung Schwarzer Nachbar*innen und Freund*innen im Stadtteil, weil sie Teil unseres eigenen Lebens sind und wir den dabei erlebten Rassismus nicht hinnehmen. Das kontinuierliche Hinterfragen von Machtungleichheiten hinsichtlich /weißer /Privilegien und eigener Involviertheiten ist dabei für uns zentral. Mit dem Ansatz des Powersharings wollen jene von uns, die strukturell privilegiert sind eine aktive antirassistische Haltung erlernen und praktizieren.

Damit niemand allein bleibt, haben wir angefangen uns miteinander zu vernetzen. Gegen die rassistischen Zustände wollen wir uns gemeinsam zur Wehr setzen und Handlungsmöglichkeiten entwickeln.

Solidarische Räume schaffen

Einige von uns haben aufgrund eines prekären Aufenthaltsstatus, Armut, rassistischer Kontrollen, Obdachlosigkeit und Lagerunterbringung einen erschwerten Zugang zu Räumen. Deshalb haben wir gemeinsam ein Konzept ausgearbeitet, um einen selbstorganisierten Raum, einen Raum der Solidarität zu schaffen.

Hier wollen wir voneinander Dinge lernen, die wir bisher selber nicht können. Wir wollen uns ge-genseitig Sprachen beibringen wie Englisch, Mandinka, Französisch oder Deutsch. Unser Raum soll ein Raum sein, in dem wir uns Wissen aneignen über juristische, soziale und medizinische Beratungsmöglichkeiten und Kontakte zu Rechtsanwält_innen herstellen, in dem wir uns miteinander vernetzen und gemeinsam Tee trinken. Wir wollen zusammen kochen und essen, rappen in vielen Sprachen, tanzen. Wir wollen miteinander ins Gespräch kommen, Erfahrungen und Ideen austauschen, von-, mit- und übereinander lernen – einfach wir selber sein und die Freude, zusammen zu sein, teilen.

Status Quo und Utopie

Wir wollen Freiheit für alle Menschen erreichen – Freiheit von Cops und dem damit verbundenen Stress in der Nachbarschaft. Wir brauchen Entwicklung auf ökonomischer Ebene durch Arbeit und in sozialer Hinsicht. Wir wollen Widerstand entwickeln gegen Polizeigewalt und Abschiebungen; ‚keine Grenzen‘ ist unser Ziel.

Durch die rassistische Norm werden einige von uns diskriminiert, andere haben dadurch Vorteile und Privilegien. Was uns eint ist der Wunsch in einer egalitären Gesellschaft zu leben.

Wir wollen miteinander in Bewegung bleiben und Wissenshierarchien, /weiße /Herrschafts-strukturen und Praxen kritisch hinterfragen. Wir wissen, dass sich hegemoniale Muster in unseren Beziehungen zueinander wiederfinden, und dass der Status Quo nicht erlaubt, Machtstrukturen gänzlich abzubauen. Wir wollen dennoch inmitten von Machtungleichheiten durch das Einnehmen einer antirassistischen Perspektive, die Rassismus als verknüpft mit Sexismus und anderen Ein- und Auschließungsmechanismen wie Klasse und Nation begreift, gemeinsam politisch handlungsfähig werden. Dazu gehört, dass wir an Grenzen stoßen, Fehler machen und immer wieder scheitern werden. Wir begreifen die kontinuierliche Beschäftigung damit als nötigen und progressiven Teil eines Prozesses, der nicht aufhört. Wir sehen den Versuch, die rassistische Normalität zu brechen, als unsere alltägliche Aufgabe an.

Damit wir unser Projekt eines selbstorganisierten Raumes der Solidarität realisieren können, brauchen wir Euch alle – Eure Köpfe, Perspektiven, Ressourcen und Eure Unterstützung und Solidarität.

Kan Killin Group, Januar 2019

Gruppen und Projekte in Solidarität

Wir unterstützen eure Initiative einen Raum der Solidarität im sogenannten ‚gefährlichen Ort‘ St. Paulis zu organisieren. Aus unserer Erfahrung wissen wir, dass es in Hamburg einen großen Bedarf an solchen Projekten gibt.  

  • African Terminal
  • Asmaras World
  • Butt Club
  • Café Exil
  • copwatch HH
  • Filmclub Moderne Zeiten
  • Flüchtlingsrat Hamburg
  • Genossenschaft Alternativen am Elbufer
  • Hafenvokü
  • Initiative in Gedenken an Yaya Jabbi
  • Lampedusa in Hamburg
  • Plan B
  • Plenum Hafenstraße
  • St. Pauli Selber Machen
  • Wilhelmsburg solidarisch
  •  
  • Den Raum der Solidarität von Kan Kilin unterstützt auch die Stadtteilversammlung St. Pauli vom 10.2.2019.

Folgetreffen nach der Stadtteilversammlung, 25.2.

Nach der Stadtteilversammlung ist vor der Stadtteilversammlung!

Ihr wollt weiter Pläne schmieden, Aktionen vorbereiten, gemeinsam aktiv werden?

Dann kommt zum Folgetreffen von „St. Pauli selber machen“

Wann: Montag, 25.2.2019, 19:30 Uhr
Ort: Centro Sociale
(Sternstr. 2, Ecke Neuer Kamp)
Bringt gerne Freund_innen und Nachbar_innen mit!

Wer in den Info-Emailverteiler eingetragen werden will, schickt eine E-Mail an:
moin@st-pauli-selber-machen.de
mit Betreff „St. Pauli selber machen Express“

Wir freuen uns, wenn ihr dabei mithelft, das Folgetreffen im Stadtteil bekannt zu machen.
Einfach die Einladung als Datei runterladen, ausdrucken und öffentlich aushängen.
Danke!

3. Ballsaal Resolution auf großer Stadtteilversammlung verabschiedet

400 Leute waren gestern im Ballsaal – toll!

Volles Haus im Ballsaal des FC St. Pauli. Mehr als 400 Menschen waren auf der 8. Stadtteilversammlung

Danke allen, die gekommen sind! Gemeinsam haben alle eine neue Resolution zur Lage im Stadtteil verabschiedet:

3. Ballsaal-Resolution

Die Stadtteilversammlung St. Pauli erklärt:

  1. Wir fordern den Erhalt der denkmalgeschützten Schiller-Oper von 1891 und eine Beteiligung der Anwohner*innen für eine stadtteilverträgliche Nutzung.
  2. Viva la Bernie & anderswo: Wir fordern das Grundrecht auf angstfreies Arbeiten und Wohnen vor privater Rendite.
  3. Solidarität mit Geflüchteten statt Kriminalisierung – kein Rassismus, kein Stress: Stoppt rassistische Kontrollen! Wir unterstützen den Raum der Solidarität von Kan Kilin.
  4. Her mit der Ausweitung der sozialen Unterstützung: Straßensozialarbeit für St. Pauli!
  5. Schluss mit der Ausweitung der Partyzone in die Wohnstraßen. Respect The Neighbourhood!
  6. Die Stadt soll die Lärmschutz-Sanierung des Otzenbunkers unterstützen oder den Bunker gleich selbst kaufen und sanieren. Denn: St. Pauli braucht bezahlbare Proberäume.
  7. Neue ESSO-Häuser: Die Stadtteilversammlung St. Pauli sieht die 2015 zwischen Bezirk, PlanBude und Bayerischer Hausbau ausgehandelten Eckpunkte als verbindlich an. Mit Unterzeichnung des Städtebaulichen Vertrags hat sich die Politik verpflichtet, die der Öffentlichkeit zugute kommenden Elemente möglich zu machen; das Nachbarschaftscluster und die genossenschaftliche Baugruppe müssen ermöglicht werden:
    – durch Kauf des Bodens
    – durch günstige Erbpacht
    – durch innovative Finanzierungs- und Förderinstrumente.
    Der Bezirk muss das B-Plan-Verfahren auf Eis legen, bis Cluster, Baugruppe, Molotow, Kogge und öffentliche Dächer vertraglich abgesichert sind. Nur so schafft die Stadt in St. Pauli einen Prototyp für eine andere, bessere Planung und Stadtgestaltung.
  8. Nicht nur St. Pauli, ganz Hamburg braucht eine Wohnungspolitik wie in Wien: bei Neubauten 2/3 Sozialwohnungen mit einer Miete von 5 Euro pro qm. Und: Die Stadt muss ab jetzt bei jeder Gelegenheit ihr Vorkaufsrecht wahrnehmen.
  9. Keine neuen Hotels mehr auf St. Pauli.
  10. Reine Airbnb-Wohnungen dicht machen. Wohnraum ist zum Wohnen da.
  11. Die Zahl der Großevents auf St. Pauli muss endlich reduziert werden. Schlagermove in andere Stadtteile verlegen – schon in diesem Jahr.

St. Pauli, 10. Februar 2019


Wir freuen uns, wenn ihr dabei mithelft, die Resolution im Stadtteil bekannt zu machen. Einfach die 3. Ballsaal-Resolution als PDF runterladen, ausdrucken und öffentlich aushängen. Danke!


Danke an Schiller-Oper-Initiative, Bernstorff 117 (Viva La Bernie), Kan Kilin, Anwohner*innen-Inititiative in St. Pauli Süd, WOHL ODER ÜBEL, St. Pauli bleibt laut, Gedenkinitiative Semra Ertan“ und PlanBude für eure Beiträge.

Ein Riesendankeschön an:
FC St. Pauli für die mietfreie Nutzung des Ballsaals
– Alta Voz für den Sound und Vicci Di Mare fürs Eingrooven
St. Pauli Roar – Soli-Espresso für den Kaffeestand
– Konditorei Rönnfeld für den Kuchen
Golden Pudel und Viva la Bernie für Übersicht und Ordnung
fritz-kola für die Getränke

Alle, die helfen wollen, dass die Resolution verwirklicht wird oder weitere Themen haben, die gestern nicht besprochen werden konnten, sind eingeladen zum Folgetreffen am 25. Februar um 19:30 im Centro Sociale!

Denn: Nach der Stadtteilversammlung ist vor der Stadtteilversammlung.

Öffentliche Anhörung zum Schlagermove

Am 22.1.19 gab es im City-Ausschuss Mitte eine öffentliche Anhörung zum Schlagermove. Dessen Betreiberin, die Hossa-Hossa Veranstaltungs-GmbH, präsentierte vier Alternativrouten, die anhand eines langen Kriterienkatalogs als nicht machbar verworfen wurden. Infos zu den einzelnen Alternativrouten findet ihr beim jeweiligen Bild (jeweils aus der Erinnerung nachgezeichnet).

Bemerkenswert war folgendes:

  • Ein Kriterium Anwohner-Akzeptanz gibt es nicht. Stattdessen jede Menge verkehrs- und sicherheitstechnische Kriterien, darunter einige KO-Kriterien.
  • Ein KO-Kriterium ist, dass es eine Rundstrecke sein muss, die an einem Gelände beginnt, dass wie das Heiligengeistfeld ca. 65.000 qm Platz bietet. Begründung: Es braucht einen Ort für den Auf- und Abbau der 46 Trucks. Der anwesende Polizeivertreter erklärte, dieser Auf- und Abbau könnte nicht einfach so auf Straßen erfolgen. Da fragen wir uns, wieso das bei Paraden wie CSD oder We’ll Come United geht. Ist an den Schlagermove-Trucks irgendetwas so ungewöhnlich, dass es eine eigene Fläche braucht?
  • Ein weiteres KO-Kriterium ist die „Einschließung“ des Viertels durch die Rundstrecke. St. Pauli Süd gilt als nicht eingeschlossen, weil Feuerwehr und Rettungsdienste im Falle eines Falles über Seewartenstraße und Hamburger Hochstraße über den Schlagermove hinweg erreicht werden könnten. Von den vier Alternativrouten hat keine solche Zufahrtswege über Brücken.
  • Weitere Kriterien, wenn auch nicht KO-Kriterien waren: besonders beschwerdefreudige Anwohner sowie Läden und Gastronomie, die vom Schlagermove nicht durch höheren Absatz profitieren würden. Diese Läden und Gastrobetriebe finden sich in ausreichender Menge nur zwischen Reeperbahn und Fischmarkt. Dazu wurden bei manchen Alternativrouten auch zu enge Straßen und Kurven genannt. Ein größeres Nadelöhr als den Pepermölenbek können wir uns allerdings kaum Vorstellen.

Es drängt sich der Eindruck auf, dass der Kriterienkatalog für den Schlagermove über die Jahre so „gewachsen“ ist, dass er exakt nur auf eine Strecke in Hamburg passt: die seit Jahren genutzte um St. Pauli Süd herum.

St. Pauli selber machen schlug dann in der Fragestunde vor, dass der Bezirk doch einmal eine Studie in Auftrag geben möge, was die St. Paulianer*innen vom Schlagermove halten. Damit einmal Klarheit herrscht, wie viele (oder wenige) den Schlagermove eigentlich gut finden. Denn auch dieses Argument war wieder zu hören: Man kenne unter eigenen Freunden, die auf St. Pauli wohnen, einige, die sich jedes Jahr auf den Schlagermove freuen. Die würden wir auch gerne mal kennenlernen 😉

Die Linke-Fraktion hat sich bereit erklärt, einen Antrag für eine derartige Anwohner*innen-Befragung zu formulieren. Grüne und SPD würden eine solche Befragung unterstützen. Die CDU hat „ja, aber“ gesagt.

Grundsätzlich muss man aber sagen: Der Schlagermove lässt sich nicht getrennt von der Eventisierung von St. Pauli, sprich: den zu vielen Tourismus-Events, betrachten. Ob Schlagermusik blöd ist, ob es zu viele Leute in den Straßen sind, ist nicht der Punkt. Der Punkt ist, dass die Eventisierung den St. Paulianer*innen aufgedrückt wird, ohne je nachgefragt zu haben, nur weil man davon ausging, dass ein Stadtteil, in dem die Bewohner*innen selbst gerne trinken, feiern und laut sind, jeden beliebigen Aufriss okay finden würden. Genau das ist nicht der Fall.

Deshalb: Schlagermove ganz anders gestalten und jedes Jahr in einem anderen Viertel der Stadt abfahren.

22 Jahre Schlagermove auf St. Pauli begründen noch keine Tradition!

Alternativroute 1: St. Pauli Mitte/Nord
Glacischaussee – Feldstraße – Neuer Kamp – Budapester – Millerntorplatz – Holstenwall – Sievekingplatz – Glacischaussee

Geht nicht, weil: Einschließung, nicht „partizipierende“ Gastrobetriebe oder Gewerbe, Anwohner

Alternativroute 2: zur Binnenalster
Holstenglacis – Sievekingplatz – Brahmsplatz – Valentinskamp – Gänsemarkt – Jungfernstieg – um die Binnenalster und zurück (alternativ über Gorch-Fock-Wall zurück)

Geht nicht, weil: Strecke zu lang, Begegnung der Trucks auf einer Teilstrecke von 1,75 km (Ausschlusskriterium)

Alternativroute 3: um Michel und südliche Neustadt
Ludwig-Erhard-Straße (Ost-West-Straße) – Rödingsmarkt – Vorsetzen – Johannisbollwerk – Landungsbrücken – Helgoländer Allee

Geht nicht, weil: Strecke zu lang, beschwerdefreudiges Gewerbe, Einschließung

Alternativroute 4: Hammerbrook
Kurt-Schumacher-Allee – Hammerbrookstraße – Süderstraße – Amsinckstraße – unter Nordkanalbrücke durch – Klosterwall

Geht nicht, weil: so gut wie kein partizipierendes Gewerbe vorhanden, keine gute ÖPNV-Erreichbarkeit, Nordkanalbrücke als Nadelöhr, keine Gastro-Infrastruktur, generell unattraktiv, zu einschneidende Streckensperrungen nötig u.a. auf Haupt-Ost-West-Achse (Rückstau)

Nächste große Stadtteilversammlung, 10.02.

8. große Stadtteilversammlung

Veränderungen und neue Planungen im Stadtteil – informieren, diskutieren, mitgestalten!
„St. Pauli selber machen“ lädt zur 8. Stadtteilversammlung in den Ballsaal im Millerntorstadion ein, um über Veränderungen und aktuelle Planungen im Stadtteil zu informieren und darüber ins Gespräch zu kommen:
Wie verändert sich der Stadtteil durch Events, schicke Neubauten, Investoren und damit immer höhere Mieten?
Was passiert auf dem Esso-Areal, mit der Schilleroper, der Schule in der Wohlwillstraße etc.?
Wo wollen wir wie aktiv werden?
Lasst uns gemeinsam unseren Stadtteil so mitgestalten und selber machen, dass er auch für uns lebenswert bleibt.
Kommt zahlreich und bringt gern Ideen und eure Nachbar*innen mit!

Mitbestimmen! Selber machen! Bleiben können!

Veranstaltungsort: Ballsaal im Millerntorstadion, Harald-Stender-Platz/Budapester Straße

Einlass: 14.30 Uhr / Beginn: 15.00 Uhr


Wir freuen uns, wenn uns möglichst viele bei der Mobilisierung für die Stadtteilversammlung unterstützen. Einfach die Einladung zur Stadtteilversammlung als PDF runterladen, ausdrucken und bei den Nachbar*innen an den Hauseingang kleben. Danke!

Die fünfte Ausgabe der St. Pauli Stadtteilzeitung

Die 5. Ausgabe der Stadtteilzeitung ist erschienen!

Zahlreiche Exemplare sind bereits auf der „We’ll come united-Parade“ verteilt worden, aber wir sorgen natürlich auch dafür, dass ihr sie in Läden, Kneipen und Bars auf und um St. Pauli finden könnt.

Helft mit die Stadtteilzeitung breit im Viertel zu verteilen. Ihr könnt euch kostenlos Exemplare abholen:

  • GWA St. Pauli
  • St. Pauli Office
  • Schanzenbuchhandlung
  • Centro Sociale

Und natürlich gibt es die Ausgabe auch wieder als Download:

Vielen Dank an die Redaktion der Stadtteilzeitung und an alle irgendwie Beteiligten. Danke auch an den AstA der HCU, den Kiosk am Hein-Köllisch-Platz, ans Gil-Restaurant, an die Pizza-Bande, an St. Pauli Roar Soli-Espresso, an den Suicycle-Store und an den Verfügungsfonds Quartiersbeirat Wohlwillstraße für die finanzielle Unterstützung.

Wenn ihr Interesse daran habt, euch in das Projekt Stadtteilzeitung einzubringen, findet ihr weitere Informationen auf Facebook.

Vom MIETENmove zur Konferenz der Stadtteile! – Stadt selber machen!

Mit dem MIETENmove wurde im Juni ein weiteres Ausrufezeichen für eine soziale Wohnraumpolitik gesetzt. In der Nachbereitung gab es die Überlegung den Schwung zu nutzen, um einen Prozess in Gang zu setzen für ein soziales, solidarisches Hamburg. Dafür gibt es eine Idee im Frühjahr nächsten Jahres eine Konferenz der Stadtteil (hamburgweit) zu organisieren. Diese soll mit einem großen breiten (öffentlichen) Treffen im Herbst vorbereiten und eingeleitet werden. An diesen Vorbereitungsprozess sollen möglichst vielen beteiligt werden, um es zu einem gemeinsamen Prozess zu machen!

Das nächste (große) Vorbereitungstreffen ist am:
Samstag 27.10. von 12:00 bis 16:00 im Centro Sociale, Sternstraße 2


Konferenz der Stadtteile – Stadt selber machen!

Die Stadt- und Standortpolitik Hamburgs ist gescheitert. Ebenso wie der große Plan von Olympia an Hamburgs Bewohner*innen scheiterte, mussten die Regierenden die Privatisierung der Stromnetze unter dem Druck der Bewohner*innen wieder zurücknehmen. Der G20-Gipfel im letzten Jahr endete in einem Debakel und gab allen Recht, die zuvor die Entscheidung für Hamburg als Austragungsort kritisiert hatten. Eine fortschrittliche, soziale Wohnraumpolitik findet nicht statt, und es regiert weiterhin Ideenlosigkeit im Wohnungsbau und der Quartiersentwicklung. Die Mieten
steigen derweil weiter und sind für breite Schichten zum existenziellen Problem geworden. Die Bevorzugung bestimmter Berufsgruppen bei der Vergabe von Sozialwohnungen scheint aus dem Land Absurdistan zu kommen. Eine Bilanz des Scheiterns im Guten wie im Schlechten. Gibt es keine besseren Ideen oder sind sie politisch nicht gewollt in der Stadt der Pfeffersäcke?

Wir meinen, ein Gemeinwesen wie Hamburg hat etwas Besseres verdient, und wollen darüber ins Gespräch kommen, statt einem unerträglichen „weiter so“ aufzusitzen.

Welche Signale könnte unser Standort Hamburg senden?

Eine Stadt mit einer echten Willkommenskultur, mit einer Urban Citizenship Card, die allen hier lebenden Menschen den gleichen Zugang zu Arbeit und allen öffentlichen Gütern und Leistungen ermöglicht. Eine soziale Wohnraumpolitik, die ihren Namen verdient. Eine Bodenpolitik, die städtische Liegenschaften nicht verscherbelt und privatisiert, sondern sie im Sinne einer sozialen Wohnraumpolitik entwickelt. Niemand soll in Hamburg obdachlos sein. Ein ÖPNV, der es allen ermöglicht, in dieser Stadt mobil zu sein, der Schwarzfahren unnötig macht und nicht mehr als Straftat verfolgt. Der damit die Autos von der Straße holt und Quartiere entlastet.

Eine Idee von Demokratie, die alle Menschen als wirkliche Teilhaber*innen ihrer Stadt versteht, in den Quartieren, Stadtteilen, Bezirken und den Belangen der Stadt Hamburg insgesamt. Eine Verwaltung und Polizei, die ihren Auftrag im Sinne der Menschen und ihrer Rechte versteht anstatt diese als störendes Ärgernis zu bekämpfen, oder Beteiligung auf einen reinen Verwaltungsakt zu reduzieren, der an private Büros outgesourct wird. Eine umwelt- und ressourcenschonende Politik, die sich vom wirtschaftlichen Wachstumsdenken emanzipiert.

Die Umsetzung dieser und vielleicht vieler weiterer Ideen wäre ein echter Paradigmenwechsel in dieser Stadt und er ist nötig!

Mit dem MIETENmove wurde im Juni ein weiteres Ausrufezeichen für eine soziale Wohnraumpolitik gesetzt. Wir wollen den Schwung nutzen, um einen Prozess in Gang zu setzen, der Alternativen auslotet, gemeinsam entwickelt, in vielen Ecken bereits Beispiele vorlebt und im öffentlichen Raum eine Debatte entfacht, die ein soziales, solidarisches Hamburg einfordert.
Hierfür sind alle gefragt und eingeladen, denen ähnliche Ideen im Kopf rumspuken, die sich austauschen und voneinander lernen wollen: Initiativen und Gruppen aus den Quartieren, Kulturzentren, Wohnprojekte, Flüchtlingsorganisierungen, Stadtteilbeiräte und jede/r Einzelne in dieser Stadt.

Die Idee:
Ein erstes breiteres Treffen im Herbst zur Vorbereitung einer Konferenz der Stadtteile, die im Frühjahr stattfinden könnte. Diese Konferenz kann programmatisch die Punkte erarbeiten, mit denen in die Öffentlichkeit gegangen wird, sie kann eine weitere Demonstration beschließen oder einen Forderungskatalog verabschieden. Sie kann vor den Wahlen in den Bezirken 2019 eine eigene Agenda entwickeln und in den politischen Diskurs einbringen. Sie soll möglichst breit aus den unterschiedlichen Quartieren in Hamburg besetzt sein und die Stimmen sammeln, denen eine solidarische Stadt ein Anliegen ist.

Wir wollen diesen Prozess mit möglichst vielen gemeinsam starten.

Vorbereitungsgrupppe für eine Konferenz der Stadtteile

St. Vegas? Nein Danke!

+++ ERKLÄRUNG VON ST. PAULI SELBER MACHEN ZU KIOSKEN, CORNERN UND EVENTS AUF ST. PAULI +++  St. Paulianer*innen haben heute auf der Reeperbahn Platz genommen, um zu zeigen: Der Kiez bleibt frei und unregulierbar. Alkoholverbote und billige Stimmungsmache gegen Kioske gehen gar nicht – sie dienen nur den Interessen derjenigen, die für die Eventisierung des Kiezes verantwortlich sind und sich nun über die Geister wundern, die sie riefen.
St. Pauli selber machen erklärt:

ST. VEGAS? NEIN DANKE!

Sieben Feststellungen zu Kiosken, Cornern und Events auf St. Pauli.

1. Die Eventisierung und Ballermannisierung von St. Pauli wird mit jedem Sommer unerträglicher. 30 Millionen Menschen besuchen inzwischen jährlich den Kiez und die umliegenden Viertel, angezogen von Events wie dem unsäglichen Schlagermove, absurden Winzerfesten und anderen idiotischen Veranstaltungen. Hatte St. Pauli bis 1996 ganze zwei Großevents – den Hafengeburtstag und den Welt-Astra-Tag –, gibt es inzwischen in der Sommersaison fast im Wochentakt Veranstaltungen zur Bespaßung des meist touristischen Publikums. Es ist schlichtweg falsch, dass der Kiez immer schon eine hochfrequentierte Party- und Saufmeile war.

2. Der Run auf St. Pauli hat auf dem Kiez eine Goldgräberstimmung ausgelöst. Stadtbekannte Spekulanten ebenso wie Grundeigentümer*innen haben seit Jahren Grundstückspreise und Gewerbemieten in die Höhe getrieben, um beim Boom abzukassieren. Die Einrichtung des Business Improvement District Reeperbahn (BID) 2015 war ein weiterer Schritt, den Kiez zu kommerzialisieren. Die Folge: öde Systemgastro, die auf maximalen Durchsatz ausgerichtet ist, kaum Clubs, die mit einem aufregenden Konzept aufwarten können, und zunehmende Leerstände.

3. Einige der Grundeigentümer*innen und Gastro-Akteure, die im Februar auf dem Kiez mit viel Getöse gegen die Kioske demonstrierten, haben diese Entwicklung von St. Pauli zu St. Vegas mit verschuldet. Ihnen geht es mitnichten darum, den Kiez zu „retten“. Sie wollen sich unliebsame Konkurrenz vom Halse schaffen und das Geschäft auf dem Kiez reglementieren. Der BID war hier nur der Anfang. Wohl wissend, dass auf St. Pauli natürlich etliche Anwohner*innen von der Ballermannisierung genervt sind, tun sie nun so, als ob sie auch im Interesse dieser Anwohner*innen handeln würden. Die sind aber nicht so blöd, diese Strategie nicht zu durchschauen. Warum sollten sie die Kiez-Gastronomie verteidigen, die sie seit Jahren nicht mehr besuchen? Es gibt genug Bars und Kneipen rund um den Kiez, in denen sie sich wohlfühlen und die aufgrund eines guten Konzepts die Konkurrenz durch Kioske nicht fürchten müssen.

4. Die wachsende Zahl von Kiosken ist das Symptom dieser Entwicklung, nicht die Ursache. Wenn die Preise steigen, das Gastro- und Club-Angebot aber langweilig ist, trinken die Leute lieber draußen. Und je mehr Leute auf den Kiez drängen, desto größer wird eben die Nachfrage nach Kiosken. Wer darauf setzt, immer mehr Besucher*innen auf die Reeperbahn zu locken, muss sich darüber nicht wundern. Dass auch kleine Läden für die Nahversorgung und Dönerbuden ihren Alkoholverkauf ausweiten, ist bei Mieterhöhungen von 100 und mehr Prozent nachvollziehbar.

5. Das Draußen-Trinken und „Cornern“ ist nicht neu. Schon in den Neunzigern gab es abends lange Schlangen an der Esso-Tanke, die mehr Umsatz mit Getränken als mit echtem Sprit machte. Auch in St. Pauli Mitte, Karoviertel und Schanze hat man mit dem Bier in der Hand draußen gestanden. Doch auch hier gilt: Mit der Quantität ändert sich die Qualität. Der Run auf St. Pauli hat jede Menge Kapalken angelockt, die glauben, öffentliches Pinkeln und Grölen seien ein Ausdruck von Freiheit. Das sagt auch einiges über eine Gesellschaft, die das öffentliche Leben mehr und mehr reglementiert und die Menschen unter Druck setzt, viel Leistung für wenig Lohn zu liefern – erst recht in der jungen Generation, die sich zunehmend von Job zu Job hangeln muss.

6. Ein Alkoholverkaufsverbot für Kioske ab 22 Uhr wird nichts bringen – das ist reine Klientelpolitik. Das einzige, was es bringen wird, sind britische Verhältnisse: So wie Pub-Gänger*innen kurz vor der Sperrstunde noch ein paar Pint bunkern, werden die Nachtschwärmer*innen eben einen Schwung Sixpacks und Schnapsflaschen kurz vor zehn einkaufen und dann trotzdem draußen weiter trinken. Das weiß jeder Kioskbesitzer, der schon lange auf St. Pauli im Geschäft ist. Und das sind übrigens nicht wenige – viele Kioske sind seit jeher Treffpunkte für die Nachbarschaft, und mit dem Verschwinden der Eckkneipen sind sie zunehmend auch Bezugsorte für ältere St. Paulianer*innen geworden.

7. Es gibt keine einfache Lösung. Ein nächtliches Alkoholverkaufsverbot in Kiosken, Polizeistreifen, eine „Befriedung“ des öffentlichen Raums und eine Gängelung der Kleingastronomie durch das Ordnungsamt sind das letzte, was St. Pauli braucht. Es kann nur darum gehen, den Run auf St. Pauli zu entzerren: Großevents auf die ganze Stadt verteilen, keine weiteren Hotels mehr genehmigen, Airbnb-Wohnungen konsequent stilllegen, St. Vegas absagen. Klar, das wird nicht in ein paar Monaten gelingen. Aber das muss das Ziel sein. Noch ein kleiner Tipp am Rande: Baut erst mal ein paar öffentliche Toiletten. Das würde vielen Gastronom*innen und Anwohner*innen schon das Leben leichter machen.

Hamburg, 5.5.2018

StPauliSelberMachen-Express vom 24.04.18

1) Vorbereitungstreffen zum MietenMOVE, 24.04., Gängeviertel

Gegen Wohnungsnot und Mietenwahnsinn – Gemeinsam für eine andere
Wohnraumpolitik!

Am 2. Juni 2018 rufen das Netzwerk Recht auf Stadt und hoffentlich viele
kleine und größere Initiativen und Bündnisse zu einem MietenMOVE auf.

Am nächsten Dienstag treffen wir uns zum 2. Vorbereitungstreffen in der
Fabriqueim Gängeviertel im Seminarraum, 4. Stock.

Es ist unsere Stadt! Und es muss etwas passieren! Wir lassen es nicht
zu, dass die rot-grüne Regierung und Immobilienunternehmen Hamburg zur
exquisiten Zone für Besserverdienende machen! Wir wollen Druck machen
für eine andere Politik!
Wir wollen etwas bewegen! Wir wollen uns mit vielen und vielfältigen
Ausdrucksformen durch die Stadt ziehen, und laden zum großen MietenMOVE
am 02. Juni 2018.

Weitere (vorläufige) Infos auf Facebook:
https://www.facebook.com/events/217989232306193/

2) NINA-Kunstaktion: Gutes Wohnen statt Camps, 25.04., Mönckebergstraße

Mittwoch 25.04. 16:00-20:00, Mönckebergstraße/Petrikirche: NINA FraueN IN
Aktion/WomeN IN Action Kunstaktion: Gutes Wohnen statt Camps.

Installation eines Zimmers in einer Unterkunft für Geflüchtete und
Berichte von betroffenen Frauen. Aktion offen für alle. Kinderbetreuung.

Wir wollen der Regierung und anderen Menschen zeigen, was Frauen* in
Unterkünften für Erfahrungen machen.
Wir wollen in einem solidarischen Hamburg leben.
Wir laden euch ein: Kommt mit uns. Hört Frauen aus Camps zu. Sprecht
über eure Erfahrungen.
Unsere Stimmen sind wichtig! Lasst uns zusammen laut und stark sein!
Kinder sind willkommen. Es gibt auch etwas zu essen.

3) Demonstration gegen rassistische Kontrollen, 28.04., ab Park Fiction

28.04. 15:00, Yaya Jabbi Circle/Park Fiction: Demonstration gegen
rassistische Kontrollen durch St. Pauli und Schanze, Ende
Schanzenbahnhof ca. 18:15.

Ende 2016 wurden die „Gefahrengebiete“ in Hamburg zu „gefährlichen
Orten“ transformiert. Daher darf die Polizei auf St. Pauli und anderswo
außerordentliche Praktiken wie z.B. verdachtsunabhängige Identitätsfeststellungen durchführen. Seit einigen Wochen hat sich der Belagerungszustand durch die Polizei noch einmal massiv verschärft. Rassismus und
Polizeigewalt in Form von rassistischen Polizeikontrollen sind hier, aber auch an anderen Orten, allgegenwärtig.
Wir sagen: Es gibt hier kein Problem mit der Sicherheit. Es gibt hier ein Problem mit der Polizei.

Wir, Geflüchtete, Anwohner*innen und andere solidarische Menschen fordern:
– Schluss mit den rassistischen Kontrollen auf St. Pauli und anderswo
– „Gefährliche Orte“ und „Task Force Drogen“ abschaffen!
– Bleiberecht und Arbeit statt Obdachlosigkeit und Armut!
– Solidarität statt Repression!

Wir rufen alle solidarischen Menschen dazu auf, gemeinsam unsere
Forderungen am Samstag 28. April auf die Straße zu tragen.

4) St. Pauli selber machen! Jeden 1. Montag im Monat: 07.05., 19.30h

Jedem 1. Montag im Monat findet der offene Stadtteiltreff „St. Pauli
selber machen“ statt.

Das nächste Treffen ist am 7. Mai 2018 um 19:30 Uhr im Centro Sociale.

Ladet Eure NachbarInnen ein, bringt FreundInnen mit!
Kommt alle.