Aktuelles

Vorbereitungstreffen für Kölibri_NoG20_Woche, 28.6., 20 Uhr, Kölibri

Der G20-Gipfel kommt, wir sind schon hier!

Am 7./8. Juli wird der G20-Gipfel in Hamburg stattfinden und auch St. Pauli komplett in Beschlag nehmen. Als Stadtteilzusammenhang „St. Pauli selber machen“ wollen wir vom 3.-8. Juli im Stadtteilzentrum „Kölibri“ einen Ort für all diejenigen schaffen, die ein Unbehagen mit diesem G20-Gipfel und seinen Auswirkungen auf den Stadtteil und die Welt haben.

Lasst uns gemeinsam das Kölibri organisieren als geschützten Raum, in dem sich Nachbar*innen und Aktivist*innen informieren, erholen und vernetzen können.

Wir wollen mit euch einen Ort schaffen, an dem wir uns gemeinsam austauschen und über Ängste, Wünsche und Utopien reden können. Auch eine Kinderbetreuung soll hier möglich sein.

Um diese Woche möglich gut zu organisieren, laden wir alle Interessierten zu einem Vorbereitungstreffen am Mittwoch, den 28.6. um 20 Uhr ins Kölibri ein. Dort können wir gemeinsam Ideen weiter spinnen, Schichten verteilen, Fragen klären und die Woche konkret durchplanen.

Kommt gerne vorbei, helft mit und füllt den Raum mit euren Ideen.

Die dritte Ausgabe der St. Pauli Stadtteilzeitung

Rechtzeitig vor der 5. Stadtteilversammlung im November 2016 erschien die 3. Ausgabe der Stadtteilzeitung.

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Zahlreiche Exemplare sind bereits auf der Stadtteilversammlung verteilt worden, aber wir sorgen natürlich auch dafür, dass ihr sie in Läden, Kneipen und Bars auf und um St. Pauli finden könnt.

Falls ihr kein Exemplar ergattern konntet, könnt ihr euch die 3. Ausgabe der St. Pauli Stadtteilzeitung hier runterladen.

Vielen Dank an die Redaktion der Stadtteilzeitung und an alle irgendwie Beteiligten, sowie der steg für die finanzielle Unterstützung.

Wenn ihr Interesse daran habt, euch in das Projekt Stadtteilzeitung einzubringen, findet ihr weitere Informationen auf Facebook.

5. große Stadtteilversammlung St. Pauli

Foto von der 5. Stadtteilversammlung St. Pauli

Wow, das war eine Stadtteilversammlung: volles Haus im Ballsaal. Die anwesenden St. Paulianer*innen verabschiedeten gestern Forderungen, die wir hier zusammenfassen zur

2. Ballsaal Resolution

Die Stadtteilversammlung St. Pauli erklärt:

1. St. Pauli steht für lokale wie globale Solidarität ein. Menschen jeder Herkunft, die hier gemeinsam mit allen ein freies Leben ohne Diskriminierung und Repression finden wollen, sind jederzeit willkommen.

2. Keine Belagerung des Stadtteils durch Polizei und Sicherheitsdienste – G20-Gipfel absagen!

3. Sollte der G20-Gipfel dennoch stattfinden, werden die Bewohner*innen von St. Pauli zeigen, dass es Alternativen zur angeblich alternativlosen globalen Marktlogik gibt.

4. Task Force Drogen auflösen, um den Weg für im Stadtteil erarbeitete Lösungen frei zu machen! Sie ist Teil des Problems, nicht der Lösung.

5. St. Pauli braucht einen Drogenkonsumraum mit medizinischem Angebot für die Drogengebraucher*innen, um ihre Lebenssituation und die Hausflure der Bewohner*innen zu entlasten.

6. Öffentlich geförderter Wohnraum muss neu gedacht werden: unbegrenzte Bindungsdauer – zum Beispiel durch genossenschaftliche oder gemeinnützige Lösungen wie eine Stiftung.

7. Das vorgesehene Stadtteilgewerbe in den neuen Esso-Häusern muss langfristig in seinen günstigen Mieten und seiner Vielfalt abgesichert sein. Die Rückkehr von ehemaligen Gewerbemietern an einen attraktiven Standort mit ausreichender Fläche muss von Bezirk und Investor mit unterstützt werden.

8. Die Stadt soll das Gebäudeensemble der Gewerbeschule G7 dem gemeinwohlorientierten Projekt „Wohlville Hamburg“ überlassen, um dort sozialen Wohnraum und Stadtteileinrichtungen zu schaffen. Die Planung dafür wird aus dem Stadtteil organisiert, die Umsetzung von der Stadt unterstützt.

Hamburg, den 27. November 2016

Dank an der FC St. Pauli für den Saal, das Soundsystem Alta Voz, die Kaffeeküche von St. Pauli Roar, den Pudel für die Ordner*innen und alle, die bei der Organisation wieder ihr Bestes gegeben!

Bild: Margit Czenki

Hier nochmal die 2. Ballsaal Resolution als Download (Format A3)

Außerdem gibt es ein Graphical Recording der Veranstaltung für alle, die leider nicht kommen konnten.

Nächste Stadtteilversammlung am 27.11.2016!

stadtteilversammlung_27-11-2016

St. Pauli selber machen – 5. Große Stadtteilversammlung am 27.11.2016 um 15 Uhr im Ballsaal des FC St. Pauli Stadion. Und darum wird es gehen:

Polizeikontrollen, Racial Profiling und die Task Force. Wie verhalten wir uns zur Militarisierung des Stadtteils und zu den massiven Übergriffen auf unsere Nachbarschaft?

OSZE + G20 in Hamburg. Was kommt auf uns zu, wie finden wir das und was können wir tun? (mehr …)

Positionspapier der AG Drogen „Fix-It“

Es ist für Menschen, die auf St. Pauli wohnen und deren Gäste nicht zu übersehen: Der Drogen­konsum und -verkauf ist seit dem vergangenen Jahr deutlich angestiegen. Die daraus entstehen­den, teils heftigen Zustände sorgen für Diskussionen im Viertel. Die auffälligsten Folgen des Drogen­konsums und -handels sind: Konsumenten_innen in Treppenhäusern und auf Dachböden (vor allem im Bereich Talstr./Seilerstr), Drogenverstecke und –handel in der Nähe von spielenden Kindern, verstärkte Razzien und Polizeipräsenz, Menschen mit dunkler Hautfarbe stehen unter Generalverdacht – Zustände, die in ihren verschiedenen Formen für Anwohner_innen, für Konsu­menten_innen und für den gesamten Stadtteil St. Pauli belastend sind.

Diese Diskussionen nehmen wir in der AG auf – wir, das sind: Bewohner_innen, Vereine, Eltern und Fachleute aus der Drogenhilfe. An St. Pauli schätzen wir alle gerade die Tradition des Vielfälti­gen, Bunten und Toleranten. Uns ist klar, dass auf St. Pauli vor 100 Jahren gedealt wurde und auch in 100 Jahren noch gedealt werden wird – wie auch immer die verschiedenen Bewohner_innen dazu stehen. Wir sind uns deshalb einig, keine verstärkten Polizeieinsätze zu fordern.

Wir fordern: Eine Drogenpolitik, die Anwohnern_innen und Konsumenten_innen hilft: Ein zusätzlicher Konsumraum mit massiv verlängerten Öffnungszeiten und Spritzenautomaten.

Konsumräume wie das STAY ALIVE (Altona) bringen eine deutliche Entlastung der Bewoh­ner_innen, zeigen alle Erfahrungen – auch unsere eigenen. Wie wichtig Drogenkonsumräume für das Überleben von Drogenkonsument_innen sind, zeigt jede Statistik. Deswegen muss es einen Drogenkonsumraum mit Angeboten der Überlebenshilfe (medizinische/pflegerische Versorgung, Duschen, Essen, Beratung und Hilfe) hier im Amüsierviertel geben, der wie der Stadtteil selbst an­nähernd rund um die Uhr und vor allem am Wochenende geöffnet hat. Die Vertreibung der Konsu-menten_innen im Kreis – von der Schanze nach St. Georg, von St. Georg nach St. Pauli und von St. Pauli zurück in die Schanze – ist sinnlos und menschenunwürdig und führt nicht zu einer nachhaltigen Entlastung der Anwohner_innen. Deshalb fordern wir neben der Aufstellung von Spritzenautomaten einen zusätzlichen Konsumraum zentral auf St. Pauli sowie die massive Auswei-tung der Öffnungszeiten. Hier ist die Politik dringend gefordert –aus einer Fürsorgepflicht gegen-über den Konsumenten_innen und den Anwohnern_innen.

Wir fordern: Einen situationsangemessenen Umgang mit dem Drogenverkauf in der Bernhard-Nocht- und der Hafenstraße

Eine unakzeptable Belastung für die jungen St. Paulianer_innen ist der Drogenverkauf in der Nähe der Schule zu Schulzeiten. Wir setzen uns, u.a. durch Gespräche mit den Dealern, dafür ein, dass die Schule und ihre unmittelbare Umgebung bis zur Hortschließung ein geschützter Raum für Kinder sein kann und die Bereiche der Kinder und die der Drogen möglichst getrennt gehalten werden. Ebenfalls ein Thema ist der Handel im Park Fiction: Park Fiction ist ein kommerzfreier Raum, das gilt auch für Drogenverkauf! Außerdem stellt das Anlegen von Drogenbunkern eine Gefahr für dort spielende Kinder dar.

Weiter ist uns wichtig: Keine Dämonisierung von Cannabis verkaufenden Straßendealern_innen, sondern sinnvolle Integration von Flüchtlingen.

Während selbst FDP und Grüne mittlerweile Cannabisabgabe in der einen oder anderen Form legalisieren wollen und die SPD darüber diskutiert, kann der Verkauf dieser Drogen nicht wie Schwerkriminalität geächtet werden. Sofern Flüchtlinge als Dealer ausgemacht werden, fordern wir soziale Unterstützung statt Ausgrenzung für diese Menschen, erwarten aber auch, dass geschützte Räume respektiert werden.

Wir fordern: Den Blick über den Drogen-Tellerrand: Alkohol ist Teil der Belastung, Events wie der drogen- und alkoholselige Schlagermove ebenfalls.

Wenn in letzter Zeit immer wieder der Drogenverkauf und –konsum thematisiert wird, möchten wir ein offensichtliches Problem nicht verschweigen: Der exzessive Alkoholkonsum, der am Wochenende auf St. Pauli stattfindet, ist nicht weniger belastend, nur weil er legal ist. Dass Alko­holverkäufer_innen, die für Massen von enthemmten, sich danebenbenehmenden Volltrunkenen mitverantwortlich sind, sich über Drogenverkäufer_innen beschweren, weil sie ihnen das Geschäft kaputt machen, ist schizophren.

Diese Belastung wächst noch durch die aus touristischen und finanziellen Gründen betriebene Vermarktung St. Paulis. Die hohe Dichte an Besuchern, die durch die gewollt steigenden Übernach­tungszahlen erfolgt, fördert auch die Nachfrage nach Drogen über alle Schichten hinweg. So ist es selbstverständlich, dass die Stadt Hamburg einen kleinen Teil ihrer Gewinne zur Entlastung des Stadtteils einsetzt.

 

Hilfe und Fürsorge für Konsumenten ist Entlastung für die Anwohner_innen:

Für einen Drogenkonsumraum mit deutlich längeren Öffnungszeiten!!!

Wir arbeiten daran!!

Pressekontakt: Drogen@St-Pauli-Selber-machen.de

 

Hinweis: Am 10.6.2016 lädt die AG Drogen zu einer Kleinen Stadtteilversammlung ins Kölibri.

 

Filmmatinee im Rahmen des Schanzenfestes am 26.03.16

Im Schanzenstern finden am Sasmstag, 26.03 folgende Filmvorführungen statt
(mit Café und Gebäck, Eintritt frei):

11.30 Uhr „MIETE ESSEN SEELE AUF“

Ein Film von Angelika Levi / Co-Regie: Christoph Dreher / Kamera: Antje Schäfer

Director’s Cut (55min) D 2015

MIETE ESSEN SEELE AUF dokumentiert 2 Jahre nachbarschaftliche Organisierung und Protest am südlichen Kottbusser Tor. Der Film portraitiert bewegend die Akteure des Protestes. Er verknüpft die Wohnungsfrage mit der Geschichte der Migration und betont eine Verbindung von Rassismus und urbaner Verdrängung.

 

12.45 Uhr „KURZE ZUKUNFT“

Ein Film von Doro Carl ( 83 min ) D 2015

In der Langzeitbeobachtung der Großen Bergstraße in Hamburg Altona beschreiben Bewohner*innen, Aktivisten, Ladeninhaber und Künstler*innen die Veränderung der Straße. An Planung und Bau der ersten innerstädtischen Ikeafiliale entzünden sich unterschiedliche Visionen und Interessenslagen der Stadtentwicklung.

Anschließend Gespräch mit der Filmemacherin.

Verdrängung bleibt Verdrängung!
Fritz im Pyjama Hotel vs. Schanzenstern:
So geht’s nicht.

Hamburg, 08.02.2016: Die Aufregung um die Kündigung der Gewerbemieter im Schanzenhof ist zu Recht groß. Die Gebrüder Schommartz zerstören das auf Vielfalt bedachte ehemals städtische Projekt, indem sie der Drogenberatungsstelle Palette, dem Hotel/Bio-Restaurant Schanzenstern, einer Kultur-Etage und einer Boxschule kündigten. Wieder sollen langjährige Gewerbemieter aus der Schanze verschwinden. Besonders irritierend ist die Kündigung des Schanzensterns, der sich über die Miethöhe bereits mit dem Eigentümer einig war. Seine Fläche soll von einer Filiale des Fritz im Pyjama Hotels übernommen werden. (mehr …)

Erklärung zur Razzia in der Hafenstraße vom 4.2.2016

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Gestern gegen 16:30 sind rund 25 Polizisten in die VoKü der Hafenstraße eingedrungen. Augenzeugen schildern die Situation wie folgt:

„Anwesende Anwohner_innen wurden aus den Räumen gedrängt. Es gab keinen Durchsuchungsbeschluss, jeder Widerspruch wurde ignoriert und einer dazugezogenen Anwältin wurde die Auskunft verweigert. Es gab keine Festnahmen, es wurde nichts mitgenommen und nichts zerstört.“

Auf die Frage nach der Grundlage des Eindringens sei erwidert worden: „Warum wir hier sind, lest ihr morgen in der Zeitung.“

Dass nun auch die VoKü als wichtiger Ort für unterschiedliche Menschen, der auch Refugees stets willkommen heißt, ohne rechtliche Grundlage gezielt durchkämmt wurde, ist alarmierend und reiht sich ein in eine verschärfte Konfrontation und zunehmende rassistische Kontrollen in letzter Zeit seitens der Hamburger Polizei. Die Vermutung liegt nahe, dass sie gerade auch dem neuen Innensenator Andy Grote in aller Deutlichkeit demonstrieren will, wer in dieser Stadt das Sagen hat.

Es sei auch daran erinnert, dass bis heute keiner der Verantwortlichen für das verfassungswidrige Gefahrengebiet vom Januar 2014 zur Rechenschaft gezogen worden ist. Im Gegenteil, Hardliner Hartmut Dudde wurde im vergangenen Jahr noch mit dem Posten des Leiters der Direktion Einsatz belohnt.

Das Mindeste, was man vom neuen Innensenator erwarten kann, ist, dass er in der Polizeiführung kräftig ausmistet.

Ganz gleich jedoch, ob dies geschieht oder nicht: Die St. Paulianer*innen werden von ihrer Unterstützung für Geflüchtete keinen Millimeter abweichen.

Schluss mit den rassistischen Kontrollen rund um die Hafentreppe und anderswo!

Foto: Marc Oliver John, CC BY-NC-SA 2.0