No G20! Bericht von der 6. Stadtteilversammlung

Die Stadtteilversammlung „St. Pauli selber machen“ erklärt:

„Wir lehnen den G20-Gipfel und den mit ihm verbundenen Ausnahmezustand ab!
Wir leben, wohnen und arbeiten hier – Wir bleiben auf der Straße, ob der Gipfel kommt oder nicht!
Wir werden gemeinsam mit Freund*innen aus aller Welt zeigen, dass eine andere Welt möglich ist!“

19264302_1784660921847055_2658660048191595237_oDas war beeindruckend: Trotz des Superwetters platzte der Ballsaal im Millerntorstadion gestern bei der G20-Stadtteilversammlung aus allen Nähten.

Rund 500 St. Paulianer*innen waren gekommen, um zu hören, mit welchen Einschränkungen in der G20-Woche und vor allem an den Gipfeltagen zu rechnen ist und welche Protestaktionen und Rückzugsorte im Stadtteil geplant sind (zu letzterem in Kürze mehr).

Große Einmütigkeit gab es beim Statement zum G20-Gipfel (siehe Foto).

Vielen Dank an: den FC St. Pauli für den mietfreien Saal, das Sound System Alta Voz, St. Pauli Roar, den Golden Pudel Club und alle, die mitgeholfen haben!

2 Kommentare

  1. Ben sagt:

    Für Irritationen sorgte der filmische Einstieg und damit der gerammt schiefe Ton.
    Der feierte u.a. die Barikadentage der 80er in der Hafenstraße und die Auseinandersetzungen um die Flora und ihren Erfolg – ihr Bestand dauere bis heute an! Dieses sei Beleg für erfolgreichen Widerstand, wenn er entschlossen und solidarisch sei – so die Suggestion.

    Das wurde dem gut gestimmten Publikum von der, im Wesentlichen durch „Recht auf Stadt“ getragenen, „st-pauli-selber-machen“ Versammlung vorgeführt.
    Im Prinzip ist die Kausalität ‚entschiedener Widerstand‘ = ‚Erfolg‘ auch richtig!
    Dumm nur das Tage zuvor eben das Netzwerk „Recht auf Stadt“ ihre Solidarität gegenüber der ‚Welcome to Hell‘ Demo verweigerte.
    Weil in einem zugehörigen (ausführlichen) Aufruf das Wort ‚Militanz‘* einmal vorkommt, sieht sich das Netzwerk ‚Rest auf Stadt‘ nicht in der Lage mit einem eigenen Block bei der ‚Welcome to Hell‘ Demo teil zu nehmen.

    Das Netzwerk „Recht auf Stadt“ spricht mit gespaltener Zunge…

    SOLIDARISCHE Grüße
    :-[ Ben

    *[…] Schon ein Blick in die Geschichte zeigt: Solange Macht und Reichtum ungleich verteilt sind, solange es ein Witz ist, von „gleichen Rechten“ und „Beteiligungsmöglichkeiten“ auch nur zu sprechen, so lange braucht es auch Zivilen Ungehorsam und Militanz.

  2. Birgit sagt:

    Hallo Ben,

    im Folgenden mein Blick auf die Dinge:

    Zunächst mal: Die offene Stadtteilvernetzung St. Pauli selber machen ist zwar Teil des Hamburger Netzwerks Recht auf Stadt, die Stadtteilversammlung haben SPsm-Aktivist*innen aber schon selbst organisiert. Dass es da auch personelle Überschneidungen gibt, versteht sich von selbst 😉

    Was die vermeintlich gespaltene Zunge betrifft:

    Wie du im Aufruf des Netzwerks Recht auf Stadt lesen kannst, rufen wir zur Beteiligung an allen Aktivitäten gegen den G20-Gipfel zwischen dem 30. Juni und dem 9. Juli auf und werden auch selbst bei den Protesten zu finden sein, vielfältig und unberechenbar, wie es unsere Art ist. Außerdem beteiligen sich viele von uns an der Organisation der Infrastruktur.

    Das heterogene Netzwerk als Ganzes ist nicht Teil des Demobündnisses für die „Wellcome to Hell“-Demo. Das Netzwerk wird keinen eigenen Demo-Block haben, das stimmt. Es haben sich nicht genügend Aktivist*innen gefunden, die diesen Block – gut vorbereitet – auf die Beine hätten stellen können. Unsere Schwerpunkte liegen woanders. Jedoch werden wir an diesem Abend auch auf der Straße sein, und dies durchaus solidarisch, solidarisch mit allen, die gegen die Politik der G20 und die Aushebelung von Grundrechten ebenfalls auf die Straße gehen.

    Der Aufruf, auf den du dich beziehst, ist nicht der Aufruf zur „Wellcome to Hell“-Demo, sondern *G20? We’ll come together!* Einen Aufruf gegen die Spaltung und Kriminalisierung der Proteste halten wir für grundsätzlich wichtig und richtig, jedoch konnten wir diesen konkreten Aufruf in seinen Formulierungen nicht unterstützen. Wir hätten dazu länger diskutieren müssen. Die Zeit dafür hatten wir aber nicht.

    Mit besten Grüßen, solidarischen

    Birgit, aktiv im Hamburger Netzwerk Recht auf Stadt /und bei St. Pauli selber machen

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